Marcel Neumann
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25.08.2026
Von der Sichtbarkeit zur Stimme
Berufspolitisches Engagement als Kunsttherapeut in Betriebsrat und Aufsichtsrat
Sichtbarkeit reicht nicht
In meinem Beitrag „Sichtbarkeit. Wie Kunst die Unternehmenskultur positiv verändern kann“ (Neumann, 2025) habe ich beschrieben, wie ein Ausstellungsprojekt für Mitarbeitende am Klinikum Bad Hersfeld persönliche Sichtbarkeit ermöglichte – und damit Wertschätzung, Vernetzung und eine veränderte Wahrnehmung des eigenen Arbeitsplatzes. Die Evaluation zeigte: Wer sichtbar wird, erfährt Anerkennung. Doch Sichtbarkeit hat Grenzen. Wer gesehen wird, ohne mitzuentscheiden, bleibt darauf angewiesen, dass andere die eigenen Interessen vertreten.
Wir Kunsttherapeut:innen sind in vielen Kliniken fachlich präsent. Wir behandeln Patient:innen, dokumentieren Verläufe, nehmen an Teambesprechungen, Supervisionen und Fortbildungen teil. Strukturell jedoch sind wir wenig vertreten: tariflich nicht eigenständig abgebildet, selten in Entscheidungsgremien, oft unsichtbar in den Organigrammen der Kliniken.
Dieser Beitrag führt den Gedanken deshalb weiter: von der persönlichen Sichtbarkeit durch Kunst zur berufspolitischen Stimme. Als Kunsttherapeut am Klinikum Hersfeld-Rotenburg bin ich seit mehreren Jahren im Betriebsrat, als Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat sowie Mitglied bei ver.di und im DFKGT. Diese Erfahrungen haben mir gezeigt: Berufspolitisches Engagement ist kein Zusatz zur fachlichen Arbeit, sondern eine notwendige Ergänzung. Gerade für einen Berufszweig, der im Gesundheitssystem um seine Anerkennung ringt.